FAQ

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Wie funktioniert eine Solidarische Landwirtschaft
Eine Solidarische Landwirtschaft (Solawi) ist eine Gemeinschaft, die gemeinsam alle Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebes trägt. Bei diesem Betrieb kann es sich um einen bestehenden (Bio)-Bauernhof, einen Teilbetrieb eines Hofes oder um ein Stück Ackerland handeln, das von den Mitgliedern der Solawi selbst bestellt wird. Die Höhe des eigenen Kostenanteils kann jede/r im Rahmen des jährlichen Bieterverfahrens selbst bestimmen. Der Richtwert ergibt sich aus dem Wirtschaftsplan. Die Ernte wird gemäß der gebuchten Ernteanteile unter den Mitgliedern verteilt. Für die Verteilung werden Depots möglichst in der Nähe der Wohnorte der Mitglieder eingerichtet. Die Mitglieder der Solawi können bei allen anfallenden Arbeiten mitmachen. Weitere Infos über Solidarische Landwirtschaft beim Netzwerk: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/
Wo sind die Anbauflächen der Solawi FreiGut?
Ein Teil des Gemüses und der Beeren wird auf einem Acker in Oberwartha angebaut. Der Folientunnel steht im Elbtal. Dort wachsen die Gemüsesorten, die für den Freilandanbau nicht geeignet sind. Das Obst kommt von einer Streuobstwiese in der Nähe von Mohlis. Als Mitglied der Solawi erfährst Du natürlich die genauen Standorte der Anbauflächen.
Wieviel kostet das Mitmachen?
Die Höhe des individuellen jährlichen Kostenanteils hängt von der Summe der Ausgaben des Solawi-Betriebes sowie der Anzahl der gebuchten Ernteanteile ab. Die Kosten werden durch die Anteile geteilt. Daraus ergibt sich der Richtwert pro Ernteanteil. Bei der jährlichen Bieterrunde gibst Du ein Gebot für Deine/n Ernteanteile ab. Dabei orientierst Du Dich am Richtwert gemäß Wirtschaftsplan. Du darfst Deinen Beitrag nach Deinen finanziellen Möglichkeiten wählen. Wenn Du mehr als den Richtwert zahlst unterstützt Du damit Mitglieder, die nicht so viel Geld ausgeben können, aber trotzdem dabei sein wollen.
Ist das Gemüse bei der Solawi teurer als im Handel?
Bei der Solawi zahlst Du nicht für das Gemüse, sondern trägst freiwillig einen Teil der Kosten einer Landwirtschaft. Ob die Landwirte für ihre Produkte einen (Voll)Kosten deckenden Preis bekommen ist fraglich. Die Preisaufschläge entstehen erst bei Handel und Transport. Bei der Solawi hängt die Menge (Gewicht oder Stückzahl) davon ab, wie gut die (Feld)Früchte reifen, ob das Wetter mitspielt oder ein Schädlingsbefall auftritt. Vorteilhaft ist, dass die gesamte Ernte verteilt und nicht vorher nach Größe oder Aussehen aussortiert wird. In einem „normalen“ Erntejahr wirst Du für Deinen Beitrag mehr bekommen als Du für dasselbe Geld im Handel erhalten hättest.
Wie werde ich Mitglied der Solawi?
Auf der Website der Solawi Freigut findest Du ein Formular mit dem Du Dich verbindlich für die Teilnahme anmeldest. Du wirst dann darüber informiert wann und wo die Bieterrunde stattfindet. Außerdem erhältst Du Zugang zu den für Mitglieder reservierten Bereichen der Website. In der Bieterrunde gibst Du Dein Gebot für den oder die von Dir gebuchten Ernteanteil/e ab.
Wann kann ich bei der Solawi einsteigen?
Das Wirtschaftsjahr der Solawi Freigut beginnt jeweils am 1.4. eines Jahres. Mitmachen ist möglich, sobald der Wirtschafts- und Investitionsplan steht und das Anmeldeformular online ist. In 2021 wird das Mitte/ Ende Februar sein. Sobald die geplante Anzahl der Ernteanteile erreicht ist, kannst Du Dich nur noch auf die Warteliste für das nächste Jahr setzen lassen.
Kann ich bei der Solawi Aufgaben übernehmen?
Du kannst jederzeit mitwirken. Neben der Hilfe auf dem Acker oder im Folientunnel kannst Du im Orgateam (Mitgliederverwaltung, PR, Finanzen), in der Logistik oder bei der Depot-Betreuung aktiv werden. Je nach Umfang und Verantwortung der Aufgaben handelt es sich um bezahlte oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Ob und wo Hilfe gesucht wird, erfährst Du per Newsletter.
Wie läuft eine Bieterrunde ab?
Die Bieterrunde findet auf der jährlichen Versammlung der Solawi-Gemeinschaft und/ oder online statt (z.B. wegen Corona). Es wird auch Kombinationen von Beiden geben. Wenn z.B. ein Teil der Mitglieder an einem bestimmten Termin nicht teilnehmen kann. Nach Vorstellung und Abstimmung des Wirtschafts- und Investitionsplans geben alle Teilnehmenden das Gebot für ihre/n Ernteanteil/e ab. Die Gebote werden addiert und es wird geprüft, ob die Summe der Gebote reicht, um die Gesamtkosten des Wirtschafts- und Investitionsplans zu decken. Wenn die Gebote nicht reichen, findet eine weitere Bieterrunde statt. Wird auch dann nicht der benötigte Betrag erreicht, wird der Wirtschafts- und Investitionsplan nochmal daraufhin überprüft, ob sich Kosten einsparen lassen.
Wie lange dauert meine Mitgliedschaft?
Die Dauer Deiner Mitgliedschaft ist unbefristet und verlängert sich jeweils um ein Jahr, wenn Du nicht bis zum 31.12. kündigst. Wir erinnern rechtzeitig vorher per Newsletter.
Kann ich die Größe meines Ernteanteils nachträglich ändern?
Die Vergrößerung eines Ernteanteils ist nur möglich, wenn noch freie Anteile vorhanden sind. Verkleinern kannst Du den Ernteanteil nur, indem Du jemanden suchst, mit dem Du den Anteil teilst.
Wieviel Ernteanteile kann ich buchen?
Im Prinzip kannst Du soviel Ernteanteile buchen, wie Du magst. Ein Anteil ist so kalkuliert, dass er für eine erwachsene Person ausreicht. Je nach Jahreszeit bekommst Du mehr oder weniger Produkte, da die Solawi nur das verteilt, was selbst angebaut wird. Sobald der Folientunnel in Betrieb ist, verlängert sich die Erntephase. Zusätzliche Produkte wie z.B. Brot, Eier, Fleisch etc. sind das ganze Jahr über verfügbar.
Wo kann ich meinen Ernteanteil abholen?
Das hängt von Deinem Wohnort ab. Es wird 4 – 5 Depots in Dresden und Meißen geben. Aktuell sind wir noch auf der Suche nach geeigneten Räumen. Falls Du bei Dir zuhause einen Raum zur Verfügung stellen kannst, melde Dich beim Orgateam.
Was passiert mit meinem Ernteanteil, wenn ich Urlaub habe?
Du kannst Deinen Ernteanteil während Deiner Abwesenheit an andere Solawistas, Freunde oder Nachbarn verschenken. Alternativ kannst Du mitteilen, dass Dein Ernteanteil in die Tauschkiste kommen soll. Dann können alle AbholerInnen sich bei Bedarf bedienen.
Wann erfahre ich welches Gemüse es gibt?
Zu Beginn des Wirtschaftsjahres erstellt das GärtnerInnen-Team eine Übersicht wann welches Gemüse voraussichtlich erntereif ist. In der Praxis kann sich das aber ändern, weil der Zeitpunkt der Reife vom Wetter abhängig ist. Manchmal entscheiden die GärtnerInnen auch spontan, was geerntet werden soll. Wir werden jeweils 1 – 2 Tage vor der Ernte auf der Website auflisten, was geplant ist.
Wie erfahre ich wieviel Gemüse oder andere Produkte ich entnehmen darf?
Das Logistik-Team legt in den Depots Listen aus auf denen angegeben ist wieviel Stück oder Gewicht jeweils pro Ernteanteil vorgesehen sind. Je nach Gemüseart ist das Gewicht incl. Grün abzuwiegen. Wenn Du etwas nicht magst oder es für Dich zuviel ist, dann lege Deinen Anteil in die Tauschkiste. Vielleicht findest Du dort auch etwas für Dich? Für alle weiteren Produkte gibt es Namenslisten auf denen vermerkt ist, wer was bekommt (z.B. Brot, Eier usw.)
Ich habe nicht mehr die angegebenen Mengen im Depot vorgefunden?
Das kann mehrere Ursachen haben. Manchmal hast Du erst Sonntagabend Zeit Deinen Anteil abzuholen. Dann waren schon andere Solawistas vor Dir dort und haben etwas mitgenommen. Wenn jemand aus Versehen mehr nimmt als in der Liste angegeben, dann fehlt zum Schluß etwas. In den Depots stehen Waagen, die evtl. falsch bedient werden. Statt der Wiegeschale werden eigene Gefäße verwendet. Einige Gemüsesorten trocknen sehr schnell aus und verlieren dadurch an Gewicht. Je später die Abholung erfolgt, desto höher ist der Gewichtsverlust. Es kann auch passieren, dass das Logistikteam sich verrechnet, falsch abwiegt oder Kisten vertauscht. Melde Dich bitte umgehend beim Orgateam, damit Du bei der nächsten Lieferung berücksichtigt werden kannst.
Ist das Gemüse bio-zertifiziert?
Da der Anbau auf einer Bio-Fläche erfolgt, müssen auch Saatgut und Jungpflanzen aus biologischem Anbau stammen. In der Solawi wird aber mehr als Bio angebaut, weil wir Pflanzenschutz-Maßnahmen und Bodenverbesserung, die im Bio-Landbau zugelassen sind, nicht anwenden.
Wie ökologisch wirtschaftet die Solawi?
In der Solawi wird sehr darauf geachtet alles nach ökologischen Kriterien auszurichten. Wir verbessern den Boden durch Permakultur, Fruchtfolgen und Gründungung. Wir verwenden ausschließlich Kompost zum Düngen. Wir verzichten so weit wie möglich auf den Einsatz von Maschinen. Durch die Verteilung der gesamten Ernte werden keine Lebensmittel verschwendet.
Wie werden die MitarbeiterInnen der Solawi entlohnt?
Die festen MitarbeiterInnen der Solawi bekommen ein angemessenes Gehalt, das über dem Mindstlohn sowie tariflichen Vereinbarungen liegt. Die Höhe der (einheitlichen) Gehälter ist im Wirtschaftsplan aufgeführt und wird von der Mitgliederversammlung beschlossen.
Ab wann gibt es eine Vollversorgung durch die Solawi?
In 2021 beginnen wir mit dem eigenen Gemüse- sowie Beeren- und Obstanbau. Wir haben bereits ErzeugerInnen in der Region angesprochen, die weitere Produkte wie z.B. Eier, Käse, Öle, Fleisch usw. liefern können. Getreide, Teigwaren, Nüsse usw. werden ebenfalls regional eingekauft. Südfrüchte und Oliven werden wir in Zusammenarbeit mit Kooperativen in Südeuropa beschaffen. Wir werden jedes Jahr weitere Produkte dazu nehmen. Welche Produkte und welche Mengen hängt davon ab, wie die Nachfrage bei den Solawistas sein wird.